2012 wird ein aufregendes Elefanten-Jahr für Hagenbeck

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Bulle Hussein, 30, verlässt Hamburg in Richtung Antwerpen (Bild: Klaus Bodig)

Bulle Hussein, 30, verlässt Hamburg in Richtung Antwerpen (Bild: Klaus Bodig)

Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Wer dieser Tage bei den Elefanten bei Hagenbeck vorbeischaut, sieht schnöden Alltag: rüsseln, futtern, spielen, sich ärgern, wieder vertragen und schmusen. Hinter den Kulissen aber bewegt sich was, denn 2012 wird ein entscheidendes Jahr für die Elefantenzucht im Tierpark. Zum einen wird im Frühjahr die Geburt zweier Kälber erwartet, zum anderen muss Bulle Hussein im Tausch gegen einen neuen Bullen die Hansestadt verlassen.


Hussein – gut aussehend, pflegeleicht und Vater von inzwischen 13 Jungtieren – ist ein großer Verlust. Thorsten Köhrmann, Chef der Elefantenpfleger, ist trotzdem nicht traurig: „Wir haben gar keine andere Wahl, schließlich soll er nicht seine eigenen Töchter decken.“ Für Hussein, der in den belgischen Zoo Planckendael nahe Antwerpen wechselt, wird der 13-jährige Thisiam nach Hamburg kommen. Der gebürtige Pariser sei „ein hübscher Kerl“, so Köhrmann, und steht zurzeit allein in Kattowitz in Polen. Der Elefantenpfleger hat ihn bereits besucht und ist zuversichtlich, seiner Herde mit dem eher klein und bullig gebauten jungen Herren einen Gefallen zu tun.


Mit deutlich mehr Nervosität wird dagegen auf die Geburten gewartet. Lai Sinh und der Neuzugang Indra sind trächtig. Ihre Termine liegen bei einer Tragzeit von 600 bis 695 Tagen „irgendwo zwischen März und Juni“, sagt Zoo-Tierarzt Michael Flügger. Mit dem Abgleich von Hormonwerten lässt sich zwar der nahende Beginn einer Geburt feststellen, aber das wird dem Elefantenteam im kommenden Jahr mehrere durchwachte Nächte nicht ersparen. Erschwerend kommt hinzu, das Lai Sinh ein eher nervöses Gemüt hat und es für Indra die erste Geburt ist. Immerhin wird sie, wenn es soweit ist, ihre beste Freundin Kandy an ihrer Seite haben. Als Indra im April nach einem fünfjährigen Aufenthalt in Leipzig wieder nach Hamburg zurückkam, war sie schon nach zwei Tagen wieder voll integriert. „Kandy und sie, das ist wie Pott und Arsch“, sagt Thorsten Köhrmann. Und sollte Indra ihr erstes Kalb nicht annehmen, springen eben die zahlreichen Tanten und ihr Taufpate, ein Elmshorner Futtermittelhersteller, mit einer speziellen Milchmischung ein.


Und dann ist da noch Shahrukh. Der junge Bulle ist inzwischen drei Jahre alt und nach Auskunft seines Pflegers „ein bisschen frühreif“. Heißt so viel wie: ärgert seine Tanten bis aufs Blut, versteckt sich aber ängstlich hinter Mama Yashoda, wenn die Revanche droht. So einen Rowdy kann keine Herde brauchen. Möglicherweise muss Shahrukh schon 2012 die Stadt verlassen.


Sylke Heun

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