Augen auf und fangen: Papergirl-Projekt sucht noch nach kreativer Post

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Svenja Tasch (l.) und Ragna Quellmann zeigen eingesendete Kunstwerke (Bilder: T. Schmidt)

Svenja Tasch (l.) und Ragna Quellmann zeigen eingesendete Kunstwerke (Bilder: T. Schmidt)

Überraschend, spontan, kreativ – das Projekt Papergirl bringt frischen Wind in die Künstlerszene Hamburgs. Egal ob ausgebildeter Künstler, Street Artist oder nur Hobbykünstler. Noch bis 8. August kann jeder Kunstinteressierte Zeichnungen, Grafiken, Illustrationen und auch Fotos an die Organisatoren von Papergirl nach Eimsbüttel schicken (Methfesselstraße 27, 20257 Hamburg). Hauptsache, die Kunst ist rollbar. Das ist die einzige Voraussetzung.


Dieses Kunstwerk ist gesprayt (Bild: T. Schmidt)

Dieses Kunstwerk ist gesprayt

Die Idee hinter dem nichtkommerziellen Projekt ist simpel. „Kunst von allen für alle“, sagt Ragna Quellmann, die gemeinsam mit Svenja Tasch die Organisation in diesem Jahr übernommen hat. Die beiden 22-Jährigen studieren den Bachelorstudiengang Kultur der Metropole an der HafenCity Universität Hamburg.

In Anlehnung an die amerikanischen Paperboys werden die zusammengerollten Kunstwerke vom Fahrrad aus den ahnungslosen Passanten zugeworfen. Kunst in den Alltag bringen, ist das Ziel. Der Empfänger wird zufällig gewählt. „Wenn es sich dabei um Kulturbanausen handelt, ist es umso besser. Die Menschen sollen mit Kunst konfrontiert werden“, erzählt Svenja.


Die Kreativität der Künstler hat keine Grenzen (Bild: T. Schmidt)

Die Kreativität der Künstler hat keine Grenzen

Bereits zum zweiten Mal findet Papergirl in Hamburg statt. Aufgrund der positiven Resonanz ist das Projekt in diesem Jahr weitergeführt worden. „Letztes Jahr schickten rund 90 Künstler den Organisatoren 600 Einsendungen zu. Das Interesse war riesig“, sagt Ragna.

Der Ablauf des Papergirl-Projekts lässt sich in drei Phasen einteilen. „Es fängt an mit dem Open Call, wo uns die Kunstwerke zugeschickt werden, geht weiter mit einer einwöchigen Ausstellung der eingesendeten Werke aller Künstler und endet mit einer eintägigen Verteilaktion vom Fahrrad an Passanten“, erzählt Svenja.


Die Kunstwerke müssen keine Originale sein. Drucke sind ebenso gewünscht (Bild: T. Schmidt)

Die Kunstwerke müssen keine Originale sein. Drucke sind ebenso gewünscht

In der ersten Phase gibt es zudem Termine, an denen die Künstler ihre Werke persönlich den Organisatoren übergeben können. Eine Auswahl gibt es nicht. „Nur bei rechtsextremistischen oder sexistischen Werken greifen wir ein“, sagt Ragna.

Die Ausstellung findet wohl Ende September / Anfang Oktober statt. Ausstellungsort soll wie im vergangenen Jahr die Galerie ‘Die Kupferdiebe’ im Hamburger Gängeviertel sein. „Weitere Informationen dazu gibt es dann auf unserem Blog“, sagt Svenja. Neben den ausgestellten Kunstwerken legt ein DJ für die Besucher Musik auf. „Vielleicht gibt es auch noch eine Party“, sagt Ragna. Bei dem Verteilen der Rollen am Ende des Projekts kann jeder mitmachen.


Die Passanten können sich über die Kunstwerke freuen (Bild: T. Schmidt)

Die Passanten können sich über die Kunstwerke freuen

Die Papergirl-Gründerin Aisha Ronninger hat mit dem 2006 entstandenen Projekt in Berlin weltweite Begeisterung ausgelöst. „Durch Internet und Mundpropaganda wird Papergirl in vielen Städten praktiziert. Die jeweiligen Blogs sind miteinander vernetzt und die Künstler wissen, was sich tut“, sagt Svenja.
New York, Amsterdam oder Istanbul – Papergirl zieht Kreise um die ganze Welt. „Die Idee ist einfach klasse. Das Projekt bietet unbekannten Künstlern die Chance, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. Sie können ihre Namen auf die Rollen schreiben oder anonym bleiben“, sagt Ragna.

Hamburg wartet schon auf zahlreiche Kunstwerke, die quer durch die Hansestadt fliegen. Die beiden Studentinnen hoffen jedenfalls, dass sie noch von vielen Künstlern überraschend und spontan kreative Post erhalten werden.


Tobias Schmidt

Einsendungen bis 8. August 2011 an:
Papergirl Hamburg
Methfesselstraße 27
20257 Hamburg

Weitere Informationen:
Papergirl Hamburg

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