Eimsbüttel hat jetzt ein „Waldstück“

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Andreas und Katja Binroth haben ihren Laden am 26. November eröffnet (Bilder: A. Eser-Ruperti)

Andreas und Katja Binroth haben ihren Laden am 26. November eröffnet (Bilder: A. Eser-Ruperti)

Ein Stück Wald in die Großstadt bringen – diesen Traum haben sich Katja, 32, und Andreas Binroth, 34, in ihrem Laden verwirklicht. Ende November eröffneten sie das „Waldstück“ an der Osterstraße 18.


Beruflich waren beide eigentlich in ganz anderen Branchen zuhause: Katja Binroth arbeitete nach ihrem Studium in einer Werbeagentur und Andreas Binroth war in der Pressearbeit tätig. „Wir waren beide in unseren Jobs nicht mehr zufrieden und haben schon lange davon geträumt, einen außergewöhnlichen Laden zu eröffnen. Wir haben uns gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann?“, sagt Andreas Binroth.


Eine Beziehung zum Wald und dem ländlichen Leben hatten die beiden aber schon immer. Katja Binroth kommt ursprünglich aus der Nähe von Bremen und Andreas Binroth ist in der Umgebung von Braunschweig aufgewachsen – „in einem richtigen Dorf“, wie er sagt. Sein Vater ist Förster und auch er machte mit 16 Jahren seinen Jagdschein.


In dem "Waldstück" werden ausschließlich Produkte verkauft, die einen Bezug zum Wald haben

In dem "Waldstück" werden ausschließlich Produkte verkauft, die einen Bezug zum Wald haben

„Wir haben in der Stadt den Bezug zum Wald und der Natur vermisst“, sagt Katja Binroth. In dem Laden „Waldstück“ bieten sie und ihr Mann Produkte an, die entweder aus dem Wald stammen oder einen direkten Bezug dazu haben. Statt Holz aus China oder anderen Billiglohnländern bieten sie in ihrem Sortiment größtenteils Produkte aus dem eigenen Land an. „Unsere Ware kommt mehrheitlich aus Deutschland: von der Ostsee, aus dem Schwarzwald und dem Allgäu. Manche Teile kommen auch aus benachbarten europäischen Ländern, aber Produkte mit bedenklichen CO2 Bilanzen werden sie bei uns nicht finden“, sagt Andreas Binroth.


„Mit „Waldstück“ wollen wir unsere Begeisterung für den Wald zum Ausdruck bringen und an unsere Kunden weitergeben, wir verfolgen dabei aber keinerlei pädagogischen Anspruch. Unsere Stücke wecken in vielen Menschen Erinnerungen, eigentlich ist ja jeder in irgendeiner Form mit dem Wald groß geworden“, sagt Katja Binroth. Der Laden solle die Kunden aber auf keinen Fall belehren und sie auffordern, zum Beispiel wieder mehr in den Wald zu gehen, fügt Andreas Binroth hinzu.


Das Angebot ist vielfältig, von Holzmöbeln, über Spielzeug und Märchenbücher mit Bezug zum Wald, bis hin zu ausgewählten „Walddelikatessen“ ist alles zu finden. Gerade das Essensortiment lockt mit außergewöhnlichen Kombinationen: „Tannespitzensenf“, „Apfel und Waldmeister Fruchtaufstrich“ oder „Hirsch-Fond“ haben wohl die Wenigsten schon einmal gegessen. „Gerade für die Feinkostware gab es eine lange `Probierphase´, alles was hier steht, haben wir selber zuvor getestet und für gut befunden“, sagt Andreas Binroth.


Auch Kinderspielzeug ist Teil des Sortiments

Auch Kinderspielzeug ist Teil des Sortiments

Mehr als 2 Jahre lang hat das Ehepaar ihre Ware Stück für Stück angesammelt. „Zuerst haben wir unbewusst Dinge zusammengetragen und irgendwann war es so viel, dass wir uns gedacht haben: Wir wollen die Sachen gerne unter einem Dach versammeln, so ist Waldstück für Waldstück dazugekommen“, sagt Katja Binroth.


Ihren Laden haben die beiden seit August größtenteils in Eigenarbeit renoviert. „Bei den Umbauarbeiten des Ladens haben wir sehr viel selbst Hand angelegt. Natürlich war das eine Menge Arbeit, aber das Gute daran ist, dass wir einen Ort schaffen konnten, der unseren Vorstellungen entspricht und an dem wir uns wohl fühlen“, sagt Andreas Binroth. In dem Laden stecke viel Herzblut und viele Gedanken aber genau deshalb sei es ist auch zu ihrem Zuhause geworden, sagen sie.


Das Ehepaar hat den Laden größtenteils in Eigenarbeit renoviert

Das Ehepaar hat den Laden größtenteils in Eigenarbeit renoviert

Die Resonanz der Kunden sei bis jetzt sehr positiv: „Die meisten Menschen sind sehr interessiert, fragen nach, wie wir darauf gekommen sind. Viele sagen auch: `schöner Laden, tolle Idee, ich komme wieder´. Es scheint, als ob die meisten Kunden den Laden befürworten und recht angetan sind“, sagt Andreas Binroth.


Eimsbüttel stand schnell als Wunschort fest. Die beiden leben mittlerweile seit zehn Jahren in Hamburg: „Es ist eine tolle Stadt und wir leben in diesem Stadtteil. Wir fühlen uns hier pudelwohl und Eimsbüttel ist zu unserem Zuhause geworden“, sagt Katja Binroth. Das Paar hat verstärkt in Eimsbüttel nach einer Ladenfläche gesucht. Bis sie die perfekte gefunden hatten, verging ein halbes Jahr. „Wir sind sehr froh hier zu sein“, sagen sie.


Das Sortiment des „Waldstückes“ soll sich in den nächsten Jahren weiter vergrößern. „Der Laden soll sich ständig entwickeln und verändern. Dieser Wandel macht das Geschäft spannend für uns“, sagt Andreas Binroth. Für das nächste Jahr ist auch Kleidung mit dem Eichhörnchen-Motiv des Waldstückes geplant. So bringt das Ehepaar Binroth Stück für Stück den Wald wieder in das Leben der Eimsbütteler. An den Sonnabenden vor Weihnachten kann man im Laden kostenlos die Walddelikatessen probieren.


Antonia Eser-Ruperti


Weitere Informationen über das „Waldstück“ finden Sie hier.

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