Ein Schildbürgerstreich im Unnapark

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Hedda Buchholz und Alfred Ronne am neuen Parkzugang (Bild: N. Binde)

Hedda Buchholz und Alfred Ronne am neuen Parkzugang (Bild: N. Binde)

Geldverschwendung. Fehlplanung. Völlig unnütz. Man kann wirklich nicht behaupten, Hedda Buchholz, 69, würde mit Tadel sparen. Denn nach Meinung der Anwohnerin des Unnaparks hat sich der Bezirk Eimsbüttel bei der letzten Investition in die bei Eltern und Kindern beliebte Grünanlage zwischen Oster- und Sillemstraße nicht mit Ruhm bekleckert. Im Gegenteil.

„Hier wurde aus blindem Aktionismus Barrierefreiheit geschaffen, obwohl gar keine Notwendigkeit bestand“, sagt Hedda Buchholz. Drei der vier Parkzugänge waren nämlich schon immer ebenerdig. Sowohl vom Heußweg als auch von der Schwenckestraße konnten Rollstuhl- oder Kinderwagenfahrer in den Park gelangen.

Diese Tatsache hinderte das Bezirksamt nicht daran, auch den vierten Parkeingang an der Osterstraße barrierefrei zu gestalten, was im Prinzip nicht schlimm sei, hätte die neue Treppenanlage mit Rollstuhlauffahrt nicht 89.000 Euro gekostet. Und wäre zumindest die U-Bahn-Station Osterstraße behindertengerecht (was sie nachweislich nicht ist). „Es erschließt sich mir einfach nicht, warum das Geld hier mit vollen Händen herausgeschmissen wird“, sagt Hedda Buchholz, während notwendige Investitionen auf Eis lägen. „Hier wurden neulich erst eine Rutsche und ein Karussell abgebaut. Ersatz ist nicht in Sicht. Außerdem wären mindestens 15 neue Bänke notwendig.“

Im Bezirksamt heißt es, der teure barrierefreie Zugang sei vom Fachamt initiiert und 2009 von der Bezirksversammlung befürwortet worden. Am alten Zugang mit inzwischen abgerissenem Toilettenhäuschen habe es Beschwerden wegen Trinkgelagen gegeben, die Treppe sei marode gewesen. „Dennoch kann ich die Empörung über den Neubau nachvollziehen. Denn in der Tat ist zu hinterfragen, ob er notwendig war“, sagt Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke (SPD). Die Entscheidung wurde vor seinem Amtsantritt gefällt. „Und ich kann das jetzt ja schlecht zurückbauen lassen“, sagt Sevecke.

Was das abgebaute Karussell angeht: Es werde wieder im Unnapark aufgebaut. Und auch die Problematik mit den Bänken habe Sevecke im Blick. „Nach Kassenlage werden neue Bänke kommen.“ Morgen diskutiert die Bezirksversammlung zudem, ob ein bestehendes Toilettenhäuschen vom Bezirksamt in den Unnapark versetzt werden soll. Dafür gebe es in der Grünanlage sogar Bedarf. (nib)

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