Inventur in Hagenbecks Tropen-Aquarium

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Als erstes wurde Fransenschildkröte "Rafallo" gewogen und gemessen (Bilder: A. Eser-Ruperti)

Als erstes wurde Fransenschildkröte "Rafallo" gewogen und gemessen (Bilder: A. Eser-Ruperti)

Wiegen, Messen, Zählen hieß es am Donnerstagvormittag im Tropen-Aquarium von Hagenbecks Tierpark. Einmal im Jahr muss der Bestand der Tiere aufgenommen und ihre Größe und Gewicht ermittelt werden. Mit vollem Körpereinsatz erledigten die Tierpfleger diese nicht ganz einfache Aufgabe.

Los ging es mit der Fransenschildkröte „Rafaello“, die gewogen und vermessen werden sollte. Zuerst musste das Tier mit dem Rückenpanzer, der aussieht wie eine Baumrinde, im Wasser gefunden werden. Tierpflegerin Marion Minde fing Rafaello schließlich mit einem Kescher, die Schildkröte hatte sich unter einer Baumwurzel versteckt. Den Rest der Prozedur ließ „Raffaello“ gelassen über sich ergehen: 7,94 Kilogramm brachte sie auf die Waage bei einer Länge von 41 Zentimetern. Rafaello ist 50 Gramm leichter als bei der letzten Inventur. „Vielleicht hat Rafaello das Gewicht beim Schwimmen verloren“, scherzte Dr. Guido Westhoff, Leiter des Tropenaquariums.


Das vier Monate alte Schlangenbaby wog 339 Gramm

Das vier Monate alte Schlangenbaby wog 339 Gramm

Wie lang ist inzwischen eigentlich Anakonda-Dame Ana? Das konnte bei dieser Inventur leider nicht beantwortet werden, Ana sträubte sich vehement gegen die Versuche, sie aus dem Wasser zu holen. „Wir kennen das Verhalten schon von ihr, wenn Ana erst einmal im Wasser ist, kriegt man sie schwer raus“, sagte Guido Westhoff. Ana durfte im Wasser bleiben, stattdessen war Netzpython „Marlies“ an der Reihe. Die 120 Kilogramm schwere Schlange wurde mit Hilfe einer Schnur vermessen, die um den Körper des Tieres gelegt wurde. Das Ergebnis: stolze 6,40 Meter. Netzpythons können bis zu acht Meter lang werden. Das vier Monate alte Schlangenbaby, das Kind von Anakonda Ana, war kooperativer als seine Mutter. Es ließ sich von den Tierpflegern messen und wiegen. 383 Gramm wiegt das Jungtier und ist 72 Zentimeter lang – noch ein sehr großer Unterschied zu seiner ausgewachsenen Mutter.


Insgesamt gibt es im Amazonas-Flusslauf 15 Rotrückenskalare

Insgesamt gibt es im Amazonas-Flusslauf 15 Rotrückenskalare

Im Amazonas-Flusslauf des Tropenaquariums – das größte bepflanzte Süßwasseraquarium weltweit – sollten die drei Fischarten „Rotrückenskalar“, „Diskus-Buntbarsch“ und „Nachtsalmer“ von Tierpfleger Florian Ploetz gezählt werden. Keine ganz leichte Aufgabe bei über 5000 Fischen, die insgesamt in dem Becken umherschwimmen. Zum Glück gehören alle drei zu den etwas größeren Exemplaren. Das vereinfachte die Arbeit des Tierpflegers ein wenig. Mit Hilfe eines Handzählers gelang es ihm, den Bestand zu erfassen: 15 Rotrückenskalare, 3 Nachtsalmer und ein Diskusbarsch. Damit hat sich seit der letzten Zählung nichts verändert.

Bei den restlichen rund 5000 kleineren Fischen wurde eine andere Methode angewendet. „Wir haben das Becken immer abschnittsweise mit einer hochauflösenden Kamera fotografiert und die Fische dann so gut es geht gezählt, um wenigstens einen groben Überblick behalten zu können“, sagte Florian Ploetz.


Zuerst sträubte sich Rochen-Dame Marina gegen die Messversuche der Tierpfleger

Zuerst sträubte sich Rochen-Dame Marina gegen die Messversuche der Tierpfleger

Zum Schluss stand die gefährlichste Aufgabe auf dem Programm: Die Länge des großen Geigenrochens „Marina“ sollte ermittelt werden. Dafür mussten Westhoff und Ploetz in das große Hai-Atoll. In Taucheranzügen, mit Leckerlies und einem Zollstock gewappnet ging es hinein ins kühle Nass. Von 300 größeren Fischen umgeben machten sie sich daran, Marina anzulocken. Immer wieder schnappte das Rochen-Weibchen das Essen und schwamm schnell weg, auch an den Taucheranzügen und dem Kopf von Florian Ploetz machte sie sich zuerst zu schaffen. Am Ende gelang es, das flinke Tier zu vermessen – Marina ist 1,28 Meter lang. „Seit wir sie das letzte Mal im Februar gemessen haben ist sie acht Zentimeter gewachsen“, sagte Guido Westhoff.

Die Bilanz: alle Tiere haben die Inventur gut überstanden und es gab keine großen Überraschungen. Jetzt haben Marina, Marlies, Rafaello und die anderen 12 Monate Zeit, sich von der Prozedur zu erholen, denn dann heißt es wieder: Wiegen, Messen, Zählen.

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