Isebek-Domizil: 71 neue Wohnungen für Eimsbüttel

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Wohnungen statt McDonald's - so lauten die aktuellen Pläne für die Bebauung an der U-Bahnstation Hoheluftbrücke (Bild: Bauplan Nord GmbH)

Wohnungen statt McDonald's - so lauten die aktuellen Pläne für die Bebauung an der U-Bahnstation Hoheluftbrücke (Bild: Bauplan Nord GmbH)

Am Dienstagabend wurden in der Aula der Ida-Ehre Schule die Entwürfe für das geplante Wohnungsgebäude an der U-Bahn Hoheluftbrücke vorgestellt. Dort, wo aktuell noch eine McDonald’s Filiale ist, sollen bald 71 neue Wohnungen entstehen.

Die Eimsbüttler, insbesondere die Mitglieder der Isebek-Initiative, hatten sich vehement gegen das ursprünglich geplante Hoheluftkontor gewehrt und letztendlich gewonnen. Der Büroneubau konnte durch einen Bürgerentscheid verhindert werden. Stattdessen plante der Investor Bauplan Nord ein Wohngebäude an derselben Stelle. Im Mai hatte die Initiative vor Gericht verloren und der Bauvorbescheid wurde erlassen.


Das Gebäude soll fünfstöckig werden und auch eine Tiefgarage mit 40 Stellplätzen haben (Bilder: A. Eser-Ruperti)

Das Gebäude soll fünfstöckig werden und auch eine Tiefgarage mit 40 Stellplätzen haben (Bilder: A. Eser-Ruperti)

Rund 150 Eimsbüttler kamen am Dienstagabend zu der Informationsveranstaltung des Flensburger Investors Bauplan Nord. Sie alle wollten erfahren, wie es denn nun mit dem Isebek-Domizil weitergehen soll.

Der Geschäftsführer und Inhaber von Bauplan Nord, Torsten Koch, erklärte den Anwesenden wie das „Isebek-Domizil“ aussehen wird. In dem Gebäude sollen 71 Wohnungen entstehen, von denen 30 für Studenten gedacht sind. Die restlichen 41 sollen als Mietwohnungen genutzt werden. Im Erdgeschoss sollen ein Supermarkt und eine Drogerie einziehen.

„Wir können garantieren, dass das Gebäude für zehn Jahre ein Mietshaus sein wird. Danach können einzelne Wohnungen verkauft werden, was laut Mietrecht jedoch nicht bedeutet, dass die Mieter die Wohnungen verlassen müssen“, sagte Torsten Koch.

Moritz Schneider vom Architektenbüro APB, die das Haus planen, stellte die Pläne noch einmal genauer vor. „Wir wollen zusätzlich zu den Wohnungen auch eine Tiefgarage mit 40 Parkmöglichkeiten und 110 Fahrradstellplätze bauen“, sagte er.


Torsten Koch von Bauplan Nord erklärte den Anwesende, wie das Isebek-Domizil aussehen soll

Torsten Koch von Bauplan Nord erklärte den Anwesende, wie das Isebek-Domizil aussehen soll

Verschiedene Animationen halfen den Anwesenden, sich ein genaues Bild von dem geplanten Isebek-Domizil zu machen. Zu dem Gebäude soll auch ein 700 Quadratmeter großer Garten und ein 600 Quadratmeter großer Spielplatz geschaffen werden. „Der Spielplatz soll einen integrativen Charakter haben. Wir planen keinen Designer- sondern einen normalen Stadtgarten“, sagt Thomas Tradowsky von „Kontor Freiraumplanung“. Eine große Rasenfläche und ein Freisitz sollen entstehen. Für den neuen Garten müssen allerding zwölf Bäume gefällt werden, nur zwei bleiben bestehen und acht neue werden gepflanzt.

Nach der Informationsveranstaltung konnten die Anwesenden Fragen zu dem Bauvorhaben stellen. Die Bürger äußerten Bedenken über zu großen Lärm oder zu hohe Belastung durch Elektrosmog.

„Das Gebäude macht Sinn, wir von der GAL unterstützen das Projekt. Außerdem gefallen mir die Entwürfe“, sagte Roland Seidlitz von der GAL. Auch andere Besucher der Veranstaltung äußerten sich positiv zu den Plänen.


Auch ein 700 Quadratmeter großer Garten soll neben dem Gebäude entstehen

Auch ein 700 Quadratmeter großer Garten soll neben dem Gebäude entstehen

Einige Mitglieder der Isebek-Initiative waren jedoch anderer Meinung: „Sie von Bauplan Nord machen alles kaputt. Sie sind hier nicht willkommen und ihren Baukoloss wollen wir auch nicht“, warf Harald Duchrow dem Inhaber Torsten Koch vor. „Das ist doch Quatsch“, erwiderte ein anderer Gast. Viele Teilnehmer pflichteten dem Mann bei und zeigten Unverständnis für die Bemerkung von Harald Duchrow. Torsten Sevecke, Bezirksamtsleiter Eimsbüttel, bedankte sich jedoch bei Duchrow für sein Engagement: „Ihnen haben wir es zu verdanken, dass hier Wohnungen statt Büros entstehen. Sie haben uns zum Nachdenken gebracht und ich glaub, dass wir jetzt den richtigen Weg eingeschlagen haben.“

Diskutiert wurde auch über eine mögliche Umgestaltung des U-Bahn Vorplatzes, wie sie in dem ursprünglichen Bauvorhaben vorgesehen war. „Von Seiten des Bezirksamtes wird da erst einmal nichts passieren. Die Bezirksversammlung muss einen neuen Entschluss und Entwürfe vorlegen“, sagte Torsten Sevecke. Vertreter von GAL, CDU, SPD und Linke sprachen sich für eine Umgestaltung des Platzes aus. „Wir müssen die Platzgestaltung gemeinsam vornehmen, damit es nicht wieder Konflikte gibt. Wenn sie das wollen, schicken sie uns Vorschläge und mögliche Lösungen“, sagte Thomas Thomsen von der CDU.

Im frühen Sommer 2012 sollen die Bauarbeiten losgehen und spätestens in zwei Jahren will Bauplan Nord das Isebek-Domizil fertigstellen.

Antonia Eser-Ruperti

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