MetroBus 4 – die fahrzeuggewordene Unzuverlässigkeit

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Wer öfter aus dem westlichen Eimsbüttel in Richtung Innenstadt fährt, kennt ihn, den Vierer (Bilder: L. Fröhling)

Wer öfter aus dem westlichen Eimsbüttel in Richtung Innenstadt fährt, kennt ihn, den Vierer (Bilder: L. Fröhling)

„Lass‘ mal gegen 11 Uhr an der Uni treffen“, sagt eine Freundin von mir, „aber weißt ja: Ich komm mit dem Vierer!“

Soll heißen: Wann genau sie da ist, ist nicht mit Sicherheit vorherzusagen. Und das liegt nicht etwa am Zeitmanagement der besagten Freundin.

Wer zu den Stamm-Fahrgästen der Buslinie 4 gehört, weiß: Der Vierer ist unberechenbar. Wann er abfährt und wie lange er für die zu bewältigende Strecke braucht – man weiß es nie.


Ein Bus fährt in die Haltestelle Apostelkirche ein, der nächste folgt direkt dahinter

Ein Bus fährt in die Haltestelle Apostelkirche ein, der nächste folgt direkt dahinter

Laut Fahrplan fährt er werktags ungefähr alle zehn Minuten, zu den Stoßzeiten sogar häufiger. Aber der Fahrplan und die Fahrzeit der Buslinie sind scheinbar zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Und das, obwohl der Vierer ein MetroBus ist – und ein MetroBus steht laut HVV-Definition für „direkte Verbindungen, hohe Anschluss-Sicherheit und einen dichten Takt“. Er ist „zuverlässig und leicht zu merken“ (s. Homepage des HVV). Klingt schon fast ironisch, wenn man an den Vierer-Bus denkt!


Mal wartet man eine halbe Ewigkeit auf einen Vierer, manchmal kommen gleich zwei auf einmal

Mal wartet man eine halbe Ewigkeit auf einen Vierer, manchmal kommen gleich zwei auf einmal

Und die Sache mit dem „Merken“ kann man sich meiner Meinung nach sowieso sparen. In letzter Zeit war ich viel im westlichen Eimsbüttel unterwegs, da, wo die U2 nicht direkt vorbeifährt. Wie viele andere Quartiersbewohner war ich bei schlechtem Wetter auf den Vierer angewiesen, um in Richtung Innenstadt zu fahren. Die Mühe, mir die Abfahrtzeiten der Linie zu merken, habe ich mir bisher aber nicht gemacht. Stattdessen bin ich einfach zur Haltestelle gegangen. Dort stehen im Regelfall schon andere Wartende. Wer dazukommt, fragt: „War der Vierer schon da?“


Und bisher kann ich mich gar nicht beschweren: Der Bus kam meist sehr bald, nachdem ich an der Haltestelle eingetroffen war. Manchmal kamen sogar gleich zwei Busse direkt hintereinander… und das zu einer Zeit, zu der laut Plan eigentlich gar kein Bus vorgesehen war. Da gab es reichlich Platz für alle.

Ein anderes Mal allerdings war in einem kleinen Vierer-Bus (ohne Gelenk) zur Stoßzeit bei schlechtem Wetter so wenig Platz, dass zwei Mütter mit Kinderwagen an der Haltestelle Apostelkirche leider nicht mehr zusteigen konnten…

Ist da irgendwie ein System dahinter? Klar, so ein Bus kann immer nur so schnell fahren, wie Verkehr und Ampelschaltung es zulassen. Und vielleicht bilde ich mir ja auch bloß ein, dass der Vierer besonders schlimm ist?

Nein, sagen Julia S. und Marion S., die regelmäßig mit der Buslinie 4 unterwegs sind und an der Sartoriusstraße auf den nächsten Vierer warten. Sie ärgern sich auch oft über die Unzuverlässigkeit der Linie. „Ich war ganz pünktlich um viertel vor hier, aber da war er schon weg“, erzählt Julia. Noch schlimmer soll allerdings die Linie 281 sein. Oha. Für mich ist schon der Vierer Grund genug, sooft wie möglich das Fahrrad zu nehmen. Damit ist mal auch deutlich schneller am Ziel. Auch wenn wir mit den Fahrradwegen an der Osterstraße gleich den nächsten Beschwerdegrund hätten… aber das ist eine andere Geschichte.


Lisa Fröhling

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3 Kommentare zu MetroBus 4 – die fahrzeuggewordene Unzuverlässigkeit

  1. zu früh sagt:

    Zu spät kommen geht ja noch. Der 189er kommt regelmäßig zwischen 17:00 und 18:30 1-3 Minuten zu früh. Das nervt wenn man den Bus weg fahren sieht …. (z.B. letzten Donnerstag, den 16.06., der 17:53er Bus kam laut Funkuhr um 17:50. Der nächste war wieder im Plan um 18:03).

    Grüße

  2. M sagt:

    Dem muss Artikel muss ich widersprechen! ich wohne auch in Eimsbüttel und fahre häufig von besagter Haltestelle Sartoriusstraße und hatte wirklich noch nie Probleme mit dem 4er! Im Vergleich zu anderen Buslinien, die ich bisher erlebt habe, ist er immer superpünktlich. Und mal ehrlich, es ist ein Bus, er fährt auf der Straße. Dass da aufgrund des Verkehrs ab und zu mal Unregelmäßigkeiten sind, ist ja nun wirklich zu erwarten.

  3. Karl Heinz sagt:

    Zu den Kinderwagen: Es darf laut Beförderungsbedingungen pro Bus sowieso nur ein einziger Kinderwagen befördert werden, egal ob Gelenkbus oder nicht. Wird dagegen verstoßen droht dem Busunternehmen eine Strafe wegen nicht eingehaltener Sicherheitsvorschriften.

    –> Ich habe mich einmal beim HVV darüber beschwert, das ich aufgrund von vier Kinderwagen nicht aussteigen konnte und was im Gefahrfall dann passiert wäre. Antwort: Es darf gesetzlich nach Sicherheitsvorschriften nur einer befördert werden, man hat mit dem Fahrer gesprochen, er habe Mitleid aufgrund der Wärme gehabt. So etwas darf aber selbst dann nicht zugelassen werden.

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